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Ride Southeast
Mit dem Motorrad in die Welt

In einem Ratgeber für den angehenden „Jungrentner“ hatte ich gelesen, dass in dieser Phase ein Klarwerden über Ziele, Prioritäten und zukünftige Projekte wichtig sei. Künftige Projekte – gerade in Verbindung mit unserem Websiteprojekt „Eintourenleben“ – sollten sich doch finden lassen.

Und so entstand die Idee zu „Ride Southeast“: Mal wieder eine richtig spannende Motorradtour, die nicht automatisch in den Sommerurlaub eines Angestelltenverhältnisses passen muss. Losfahren und nicht nach spätestens zwei Wochen den zügigen Rückmarsch antreten bzw. mit Hilfe von Autozügen oder Fähren zeitsparend zu optimieren.
By Martin June 30, 2024
Jetzt bin ich also wieder zu Hause in Höhenrain: Die Ausrüstung ist gereinigt und verstaut, die brave Suzuki mit neuen Flüssigkeiten und unverbrauchten Bremsbelägen versehen, das nicht benötigte Carnet de Passage über den ADAC rückabgewickelt, die Fotos des Mobiltelefons und in meinem Kopf irgendwie sortiert und der Alltag versucht bereits eine erste dünne Staubschicht auf das Erlebte zu legen. Eine geplante Tour, die durch eine Abschiedsparty und einen heutzutage fast üblichen Reiseblog in irgendeiner Form dann doch ins Scheinwerferlicht gerückt wurde. Ein spontanes Brainstorming zu den ersten Wochen „danach“ beförderte folgende Gedanken bzw. Bewertungen an die Oberfläche: > Gemessen an den geplanten Gesamtkilometern und den zu bereisenden Ländern hat es sich sicherlich um eine völlig „andere“ Tour gehandelt. > Die Erlebnisdichte beider Reiseteile – sowohl der Teil, als wir noch als Duo unterwegs waren, als auch der zweite Teil der Fahrt, bei dem ich alleine in Richtung Südosten gefahren bin, war unbeschreiblich. > Alle im Vorfeld inhalierten Fernreisebücher haben in einem entscheidenden Punkt absolut recht: Eine solche Art des Reisens mit allen seinen Höhepunkten ist geprägt von den Menschen, die man trifft. > Je weiter ich gefahren war, umso freier und unabhängiger fühlte ich mich; aber auch umso mehr kreisten die Gedanken um eine mögliche technische Panne, die nie eingetreten war und die auch ganz weit im Südosten behoben hätte werden können. > In der Zwischenzeit habe ich sehr oft über die möglichen Gründe von Ulis Ausstieg nachgedacht; leider weiß ich bis heute nicht, warum er in Albanien urplötzlich den Rückzug angetreten hatte. Zu so einer Entscheidung gehören ja immer zwei. Zu gerne würde ich ihm diese Frage stellen.  Auf jeden Fall habe ich mich bereits des Häufigeren beim „zufälligen“ Betreten der Garage dabei ertappt, die Softbags „einfach nur so“ über das Heck der Suzuki DR 650 SE zu legen und daraufhin im Dachboden nachzusehen, ob der große 25 Liter Kunststofftank noch an seinem Platz liegt.
By Martin June 24, 2024
Am nächsten Tag ging dann die Reise weiter zu meinem Schwager nach Wädenswil am Zürichsee. Die geplante Route führte mich zunächst nach Davos über den Flüelapass, auf dem noch recht winterliche Bedingungen vorherrschten. Entlang am jungen Rhein und Höhe Sargans „links“ abgebogen. Das letzte fahrerische Highlight war eine Umfahrung der Autobahn hoch droben über dem Walensee. Das Teersträßchen führte in ganz vielen Kurven hinunter in den Kanton Glarus, wo die Freude am Fahren abrupt endete: Ab hier dominierte nämlich der Zürcher Speckgürtel, der mich mit endlosen Autoschlangen und fast so vielen Radarfallen in der letzten Stunde auf der Suzuki auf das Wiederaufkommen in der zivilisierten Welt vorbereitete. Der 50ste Geburtstag meines Schwagers am Tag darauf verlief sehr herzlich. Das ungeplante Dazustoßen war tatsächlich eine schöne Überraschung. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für das gute Geburtstagsessen und die heiteren Stunden im Kreis der Familie!
By Martin June 23, 2024
Warum auf direktem Weg nach Hause fahren, wenn in Wädenswil bei Zürich mein Schwager im Kreis der Familie seinen 50sten feiert und ich gerne als nicht angekündigter Überraschungsgast aus der Geburtstagstorte springen möchte. Dieser Umstand ist auch der Grund, warum ich kalendarisch im Reiseblog momentan zwei Tage hinterher hänge. Da somit das heutige Reiseziel deutlich weiter westlich liegt, bedarf es einer anderen Routenplanung, als dem Standard-Nachhauseweg via Brenner. Zunächst am Monte Grappa vorbei in Richtung Trento. Zum Glück hatte ich im Navi „suche spannende Motorradroute“ eingestellt. Somit kam ich in den Genuss des Passo Mangehn. Ich hatte selten eine so spannende und landschaftlich schöne Gebirgsstrecke unter den Rädern. Ein schmales Teerband, das mit reichlich engsten Spitzkehren und grandiosen Fernblicken überzeugte. Vom Vinschgau führte mich dann der Weg über das Val Müstair und den Ofenpass ins Engadin, das ich kurz vor 18:00 Uhr erreichte. Das immer noch nicht gelöste Duschthema ließ mich schnell im wunderschönen Engadiner Bergdorf Guarda Quartier im alt ehrwürdigen Hotel Meisser beziehen. Der einzige Schönheitsfehler meines zugegebenermaßen wohlschmeckenden Abendessens war die komplett unterschiedliche Preisgestaltung im Vergleich zu Griechenland oder Albanien.
By Martin June 20, 2024
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By Martin June 17, 2024
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By Martin June 14, 2024
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By Martin June 8, 2024
Gestern herrschte eine etwas gedrückte Stimmung auf der Insel: Es brennt! Rund um Karyes, welches ziemlich in der Inselmitte liegt, sind Waldbrände ausgebrochen. Die Lösch(wasser)flugzeuge waren unentwegt unterwegs, um östlich der Insel Löschwasser aufzunehmen und im Brandgebiet gezielt abzulassen. Die leistungsstarken Propellermotoren dröhnen, während die Maschinen bei ihrem Anflug auf das Meer knapp über mein B&B donnern. Das heutige Ausbleiben werte ich als eine gute Entwicklung. Bei meinen Motorradtouren kam ich bereits mehrfach an Wachstationen der Inselfeuerwehr vorbei, die das weitläufige Hügelgelände überwachen. Ich habe in der Zwischenzeit zwei sehr nette deutsche Segler kennengelernt, die für viele Wochen dieses Jahr mit ihren Schiffen die griechische Ägäis erkunden. Beide Herren im besten Alter und in auffallendem „good shape“ – muss wohl am Lebenswandel liegen … Wir drei hatten die letzen Tage eine super Zeit und nicht nur ein warmer Sommerabend fand einen entspannten Ausklang in einer der vielen gastfreundlichen Tavernen. Vor mir liegen gerade Karten und iPad – langsam bin ich dem Leser einen Ortswechsel schuldig.
By Martin June 5, 2024
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By Martin June 2, 2024
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By Martin May 31, 2024
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